Deckblatt Schreiben. Vom Leben der Texte

Schreiben. Vom Leben der Texte

Monographie
Verlag C. H. Beck, München 2012
288 Seiten, gebunden, EUR 19,95
ISBN 978 3 406 63945 6
zum Buch auf der Website des Verlags

»Drawerts ›Schreiben‹ ist ein verlässliches Antidot gegen literarische Naivität. Es handelt sich – im Kern – um eine subtile Psychoanalyse der Literatur und um eine Kulturgeschichte der Schreibwerkzeuge, inspiriert von den klugen Köpfen des französischen Strukturalismus. In drei grossen Kapiteln entwickelt der Autor eine Psychophysik des Schreibprozesses, erkundet sehr ausführlich die Störungen und Defekte und Blockaden, denen Schreibende unterliegen – und auch die Möglichkeiten ihrer Überwindung.«

Michael Braun, Neue Zürcher Zeitung, 12. März 2013

»›Schreiben. Vom Leben der Texte‹ ist ein essayistisches Potpourri aus frischen, klugen und schwerwiegenden Gedanken zur Sache. (…) Für Literaturenthusiasten, die wissen, dass manche Bücher auch erobert sein wollen, ist Kurt Drawerts Essay (…) ›Schreiben. Vom Leben der Texte‹ ein unerschöpflicher Quell überraschender Einblicke.«

Brigitte Neumann, Deutschlandfunk, Der Büchermarkt, am 7. März 2013

»Der Lyriker Kurt Drawert entwirft mit seinem Buch ›Schreiben“ eine faszinierende und komplexe Theorie der Literatur.

In Dresden wurde der Lyriker Kurt Drawert Zeuge, als eine Opernsängerin ausgerechnet bei einer berühmten Arie der ›Zauberflöte‹ den höchsten Ton nicht erreichte und kläglich scheiterte. Der Besucher erlebte es so, ›als wäre mir ein Messer zwischen die Rippen gefahren‹ – es habe eine ›ewige Sekunde‹ gedauert, ›ehe die Sängerin, konsterniert und um ihren guten Ruf gebracht, den Ton etwas tiefer ansetzte und die Arie beendete“. Was dieser Schreckensmoment mit den Grundlagen der literarischen Produktion zu tun hat, erörtert Drawert in einem bemerkenswerten Buch mit dem nüchternen Titel ›Schreiben‹ – als Beispiel unter vielen. Es wäre schade, wenn dieses Buch, im Oktober publiziert, unter den Neuerscheinungen der anrollenden Frühjahrsproduktion vorschnell begraben würde – das Frühjahr beginnt schließlich für viele Verleger schon im Januar. Ein begeisterter Hinweis von Fritz J. Raddatz in der ›Welt‹, ein zweiteiliger Vorabdruck in der „Neuen Zürcher Zeitung“, viel mehr gab es bisher nicht. Immerhin: Drawerts Buch steht in diesem Monat an zweiter Stelle auf der Bestenliste des SWR. (…)«

Volker Hage in DER SPIEGEL, 2/2013
Vollständiger Artikel als pdf-Datei (2,37 MB)

»(…) Den Dingen auf den Grund zu gehen, heißt bei ihm auch: den Antrieb des Schreibens zu erkunden und jene Schwelle, an der eine Mitteilung zur Literatur wird. (…) Und so ist das, was Drawert über das Schreiben schreibt, dazu geeignet, das Lesen zu verändern. Über Jahre hinaus werden diese anregenden, bisweilen humorvoll formulierten Gedanken ein lohnender Vorrat sein nicht nur für Autoren, sondern für Leser, die sich mit den Bedingungen ihrer Wahrnehmung beschäftigen wollen. (…)«

Johannes Breckner in: Darmstädter Echo, 4. Januar 2013

SWR Bestenliste im Januar 2013
Platz 2 Kurt Drawert: ›Schreiben. Vom Leben der Texte‹

»Schreiben, das liegt vom Scheitern nur einen Buchstaben entfernt. Aber gerade weil das so ist, lernen wir von der Literatur, wie zerbrechlich unser Leben ist, wie offen, wie flüchtig. Der Lyriker und Romancier Kurt Drawert schreibt ein Plädoyer für die unbedingte Notwendigkeit von Dichtung, der ›Lichtkegel in der Finsternis unserer Welt‹«

»Kurt Drawerts Werk – ob Lyrik oder Prosa – ist durchweg von extrem strengem artistischen Bau. Nun hat er einen luziden Essay vorgelegt, den man füglich eine ›Baumeister-Lehre‹ nennen kann: Überlegungen zum Handwerk des Schreibens wie zur gedanklichen Anstrengung, die gelungener Literatur stets zugrunde liegt. Mit hochsensibler Sonde lotet er das Magma aus, das unter jeglicher Kunstproduktion pulst. Damit ist Drawert eine vollständig eigene Poetologie geglückt von fast halsbrecherischer Intellektualität. Im Geschwätz-Meer des alltäglichen Kulturbetriebs eine Insel für alle Kunst-Seligen, die noch Freude haben am Nachsinnen über das Geheimnis der Wörter. Und die sich nicht scheuen davor, dass ihnen Arbeit abverlangt wird, um zum Genuss zu gelangen – ob an Ovid, an Bach oder Bacon. Drawerts Essay lässt uns in seiner störrischen Eleganz wissen: das kostbare Geschenk namens Kultur will sorgsam ausgewickelt werden. Das Buch ist ein Geschenk.«

Fritz J. Raddatz in: DIE WELT, Literarische Welt, 8. Dezember 2012

»So brillant, tiefsinnig und seiner selbst bewusst hat man schon lange keinen Dichter mehr über das Dichten schreiben gesehen.«

Harro Zimmermann, Radio Bremen, 17. November 2012